Gespritete Weine: Alles, was man wissen sollte
Was sind eigentlich Likörweine?

Gespritete Weine unterscheiden sich von anderen nicht nur durch ihren Geschmack, sondern vor allem auch durch den Herstellungsprozess selbst. Wir werfen einen Blick auf diesen Prozess und die spannende Geschichte hinter diesen Weinen.
Was sind gespritete Weine bzw. Fortified Wines?
Gespritete Weine werden auch als Likörweine bezeichnet. Sie sind meistens süß, selten trocken und haben meist einen Alkoholgehalt zwischen 15% und 22%. Fortified Wines entstehen, indem während der Gärung dem Grundwein ein neutraler Alkohol (meistens Weinbrand) hinzugefügt wird. Eine solche Zugabe von Alkohol während der Gärung verleiht einem Wein den nötigen Esprit.
Dieses Verfahren hat eine jahrhundertealte Tradition und brachte ursprünglich einen praktischen Vorteil mit sich: Der erhöhte Alkoholgehalt in gespriteten Weinen machte sie länger haltbar und gleichzeitig weniger empfindlich auf Temperaturschwankungen, was die Weine ideal für lange Schiffsreisen machte.
Wie sieht die Herstellung aus?
Sowohl Rotweine, als auch Weißweine können gespritete werden. Die Herstellung selbst beginnt mit der Gärung des Grundweins. Dabei wandeln die Hefen den Zucker der Trauben in Alkohol um. Entscheidend für den Stil des Weins ist der Zeitpunkt, an dem der neutrale Alkohol hinzugefügt wird:
- Frühe Zugabe (während der Gärung): Die Hefen werden durch den Alkohol abgetötet, bevor der gesamte Zucker in Alkohol umgewandelt wird. Das Ergebnis ist ein süßer gespriteter Wein, da mehr Restzucker im Wein verbleibt.
- Späte Zugabe_* __***_**(nach der Gärung)**: Wenn die Hefen den Zucker fast vollständig in Alkohol umgewandelt haben, entsteht ein trockener gespriteter Wein.
Dieses Verfahren verleiht Likörweinen ihre charakteristische Vielfalt. Die Weine können sowohl süß als auch trocken sein und reichen von leichten Aperitifs bis hin zu intensiven Dessertweinen.
Die bekanntesten Beispiele für gespritete Weine
Zu den bekanntesten Likörweinen weltweit zählen:
- Portwein und Madeira aus Portugal
- Sherry aus Spanien
- Marsala aus Italien
Vorsicht: Verwechslungsgefahr mit Süßweinen
Neben den gespriteten Weinen sind auch Süßweine - wie es der Name schon verrät - süß im Geschmack. Doch hier gilt es klar zu unterscheiden. Selbst wenn Likörweine und Süßweine auf den ersten Blick Ähnlichkeiten haben mögen, gibt es klare Unterschiede – besonders in der Herstellung. Gespritete Weine erhalten ihren Charakter durch die Zugabe von Alkohol während oder nach der Gärung, während bei Süßweinen andere Techniken wie das Trocknen von Trauben oder die Edelfäule eine Rolle spielen.
Cheers! 🍷


